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Arioch, der Boßkater. Wo er ist, herrscht das Chaos und seine Schuld ist es wirklich nicht, daß er nicht überall zugleich sein kann.

Ich habe ihn als etwa sechs Wochen alten Kater vor unseren Haus gefunden, er war auf dem besten Weg, in einer Pfütze zu ertrinken. Seidem lebt er bei mir und ist fest davon überzeugt, daß ich ihm gehöre.

Kleiner Feigling, der er ist, verschwindet er sofort in seinem Versteck, wenn Besuch kommt und etliche Leute behaupten, ich habe keinen schwarzen Kater. In seinem kleinen Herzen ist neben der Liebe zu mir nicht mehr viel Platz, wir gehören einfach zusammen.

Er hat mein Leben stark verändert, durch ihn bin ich zum Tierschutz gekommen und so lange er bei mir ist, werde ich auch dabei bleiben. (Und ich hoffe, er wird steinalt ...)

Hijuela kam im Alter von 14 Jahren zu mir, sozusagen als letzte Station, sie sollte eingeschläfert werden. Sie hat sich so schnell und gut bei mir eingelebt, daß ich gar nicht mehr verstehen kann, warum alle Welt unbedingt junge Katzen haben will.

Mehr als drei Jahre hat sie mein Leben verschönt, kurz vor Weihnachten 1997 mußte ich sie gehen lassen.

In Wahrheit ist sie immer noch bei mir und ich bin sicher, daß wir uns irgendwann einmal wiedersehen werden - wahrscheinlich hinter dem Regenbogen ...

Barleona hat ein ähnliches Schicksal wie Hijuela, ihre Halterin war gestorben und für eine 16jährige Katze hatten die Erben keine Verwendung. Und so landete sie beim Fachmann für Problemtiere.

Neun Monate war sie bei mir, auch sie war selbstbewußt genug, die Umstellung zu verkraften.

Ob sie ihren Geburtstag genau kannte, werde ich wohl erst viel später einmal erfahren; trotz all ihrer gesundheitlichen Probleme im letzten Lebensmonat kämpfte sie sich bis zu diesem Tag durch, einen Tag nach ihrem 17. Geburtstag entschied sie dann, es sei jetzt genug. Sie wartete noch, bis ich nach Hause kam und starb ganz ruhig und entspannt in meinen Armen.

Wie sagte doch mein Internist einmal: "Es ist erstaunlich, mit welcher Ruhe Tiere in den Tod gehen. Vielleicht liegt es daran, daß sie wissen, was danach kommt." Kann sein, daß er recht hat. Ich habe jedenfalls für mich die Lehre gezogen, daß ich vor diesem Schritt offensichtlich auch keine Angst haben muß.

Bei einer Aktion in der List/Hannover fing ich sie ein. Anwohner hatten sie schon mindestens zwei Monate beobachtet, sie war offensichtlich herrenlos. Also eine Standardaktion: einfangen, kastrieren lassen, wieder aussetzen und füttern falls griffig, sonst an Wohnung gewöhnen und vermitteln. Sie war lieb und konnte vermittelt werden.

Allerdings hatte ich, wie man so schön sagt, die Rechnung ohne den Wirt gemacht - sie hatte beschlossen, es gefällt ihr bei uns und sie bleibt, komme was wolle.

Nichts zu machen - ich habe nach kurzer Zeit resigniert und mit ihr abgeklärt, sie dürfe bleiben. Nicht als fünftes Rad am Wagen, sondern als Teil der Familie. Bereut habe ich es nie, sie ist und bleibt zwar ein Trotzkopf, aber ein lieber ...

Er ist und bleibt mein absolutes Sorgenkind. Mit zwei Geschwistern kam er im Alter von knapp vier Monaten zu mir. Alle drei waren extrem scheu und ängstlich, es dauerte über ein Jahr, ehe die beiden anderen so weit waren, daß sie vermittelt werden konnten.

Captain Chaos hat den Sprung auch nach vier Jahren nicht geschafft, er vertraut keinem Menschen. Und da sich so ein Tier nicht vermitteln läßt, muß er eben bei mir bleiben. Aber schließlich hat mir niemand versprochen, daß Tierschutz eine leichte und angenehme Angelegenheit sein würde.

Er ist dabei gar nicht unglücklich, hat sich mich Arioch angefreundet und fühlt sich eigentlich recht wohl bei uns. Und da ich nicht darauf bestehe, daß er sich anfassen läßt, hat er meist seine Ruhe.

Was soll ausgerechnet ich mit einem Jungtier, und dann noch mit einer Rassekatze? (Nicht daß ich etwas gegen Rassekatzen oder Züchter hätte, es paßte nur einfach nicht in meine Welt.)

Aber dann meinte jemand, bei mir blieben nur die alten oder biestigen Katzen, die niemand haben wolle; die anderen müsse ich immer weggeben. Und so sollte ich einmal eine junge, liebe Katze ganz für mich allein haben.

So landete " Felis sibirica Nadeshda Nevertheless the Sweetest" bei mir und wirbelte wieder einmal alles durcheinander.

Selbst meine Tierärztin hat sie mit ihrem Charme in den Bann geschlagen; zuerst erbost ob des verrückten Geschenks mußte sie einsehen, daß Nadia Balsam für meine Seele ist.

Drei Jahre alt, vier Vorbesitzer, völlig fertig mit der Welt, angsterfüllt vor fast allem, was sich bewegt - so trat Anna in mein Leben. Es dauerte lange, ehe sie lernte, mir zu vertrauen; aber sie hat es geschafft.

Eine Vermittlung ist ausgeschlossen, das Risiko einfach zu groß; sollte es wieder einmal schief gehen, könnte man sie praktisch gleich in die Mülltonne werfen, noch einen Fehlschlag würde sie wohl kaum verkraften.

Sie hat begriffen, daß ich sie nicht mehr hergeben werde, und sie dankt es mir auf ihre Art. Sie ist ein Clown, wie er im Buch steht, geworden und reizt mich pausenlos zum lachen. Irgendwie habe ich den Eindruck, sie holt ihre verlorene Kindheit nach.

Hijuela hat ihr ein schweres Amt überlassen: die Verantwortung für mich. Noch ist diese Aufgabe ein wenig zu groß für sie, noch muß sie erst einmal ein wenig leben. Aber irgendwann einmal wird sie sich daran erinnern, was Hijuela ihr aufgetragen hat ...



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