Autovaccine -
ein weitgehend unbekannter Weg
Nicht nur Tierschützer kennen die Situation, daß bei kranken Tieren offenbar kein Medikament mehr anschlagen will und eine Rettung oder gar Heilung schier aussichtslos scheint. In solchen Fällen habe ich mehrfach gute Erfahrungen mit der Autovaccine gemacht, die schon mehr als eins meiner Tiere gerettet hat.
Ich muß an der Stelle gleich vor übertriebenen Hoffnungen warnen und auf die nicht gerade unerheblichen Kosten hinweisen, außerdem ist diese Behandlung bei weitem nicht jedem Tierarzt bekannt.
Die Autovaccine hat sich als Behandlungsalternative bewährt, wenn herkömmliche Behandlungsmethoden keinen Erfolg mehr versprechen. Im Gegensatz zur Eigenblutbehandlung, bei der der Körper sich selbst helfen soll, wird hier ganz gezielt auf den Zustand des Patienten eingegangen und ein speziell für ihn geeignetes Serum (ich bin nicht sicher, ob das technisch die richtige Bezeichnung ist, mangels eines besseren Begriffs werde ich ihn aber verwenden) hergestellt.
Aus einer Blutprobe wird im Labor zunächst ein Statusbericht erstellt. Neben allgemeinen Untersuchungen (großes Blutbild u. ä.) wird hierbei auch eine Auflistung der Antibiotika erstellt, deren Einsatz (ggf. in Kombination mit anderen) noch sinnvoll wäre und welche auf keinen Fall einzusetzen sind.
Als Mittel für eine gezielte Behandlung werden zwei Seren (A- und B-Serum) hergestellt, abgestellt auf die Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchungen. Dieses Serum muß dem Tier nun in ständig größerer Dosierung verabreicht werden, und zwar in folgender Form:
| 1. Impfung | A-Serum | 0,1 ml |
| 2. Impfung | A-Serum | 0,2 ml |
| 3. Impfung | A-Serum | 0,4 ml |
| 4. Impfung | A-Serum | 0,8 ml |
| 5. Impfung | A-Serum | 1,6 ml |
| 6. Impfung | B-Serum | 0,2 ml |
| 7. Impfung | B-Serum | 0,4 ml |
| 8. Impfung | B-Serum | 0,8 ml |
| 9. Impfung | B-Serum | 1,6 ml |
Die Abstände zwischen den einzelnen Impfungen sollten dabei drei bis vier Tage betragen.
Die gemachten Erfahrungen sind positiv: in mehr als der Hälfte der Fälle trat nach der Behandlung eine deutliche Besserung bis hin zur praktisch vollständigen Heilung ein, in den anderen Fällen gab es keine Verbesserung. Negative Auswirkungen traten in keinem Fall ein.
Die Kosten für die Blutuntersuchung und die Erstellung des Serums belaufen sich auf 100 bis 150 EURO; dazu kommen noch die Tierarztkosten für Blutentnahme und die einzelnen Impfungen.