HAUTPILZERKRANKUNGEN



Das Fell wirkt stumpf, die Außenseite der Ohren fühlt sich rauh und schuppig an, an den Ohren oder im Gesicht der Katze bilden sich kleine, oft nur stecknadelkopfgroße, meist kreisrunde kahle Stellen - für den Eingeweihten ein fast untrügliches Zeichen: Hautpilz! Jetzt nur nicht in Panik ausbrechen, Pilzbefall ist erfolgreich behandelbar. Wer sich allerdings einen raschen Erfolg erhofft, sollte gewarnt sein: eine Heilung in zwei Wochen gehört ins Reich der Fabel; zwei Monate sollte eingeplant werden und Rückschläge sind an der Tagesordnung.

Aber nicht verzweifeln, bei Beachtung einiger wichtiger Regeln ist auch dieses Problem in den Griff zu bekommen. Dieser Artikel in Verbindung mit der Aufstellung der Therapievorschläge soll dabei eine kleine Hilfe sein. Allerdings sollte auch niemand auf die Idee kommen, das Problem auf die leichte Schulter zu nehmen - immerhin handelt es sich um eine hochansteckende Krankheit, die darüber hinaus nicht rassespezifisch ist, sondern auch auf andere Tiere und Menschen übertragbar ist! Einen Überblick soll der folgende Artikel "Hautmykosen beim Menschen durch Tiere" geben

Vergessen Sie bitte nicht, daß die Umgebungsbehandlung ebenso wichtig ist wie die Behandlung des Tieres und daß Sie alle Hygienemaßnahmen peinlich genau beachten, andernfalls laufen Sie in Gefahr, sich und Ihre Umwelt ebenfalls zu infizieren!

Ursache und Übertragung

Verursacher sind (meistens) Hautpilze der Gattung Microsporum und Trichophyton. Microsporum canis ist mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent der häufigste Erreger einer Hautpilzerkrankung bei der Katze. Die Übertragung erfolgt vorwiegend direkt von Katze zu Katze, kann aber auch durch andere Tiere, Menschen oder Dinge geschehen. Die überall in der Wohnung verteilten Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig und bleiben in der Umwelt lange Zeit ansteckungsfähig. Deshalb kann die Pilzerkrankung auch durch die Hände, durch Kleider und Schuhe des Menschen, durch Transportkäfige, Bürsten und andere Gegenstände übertragen werden. Besondere Gefahren gehen von der Zusammenkunft vieler Katzen aus verschiedenen Haushalten in Tierhandlungen, Katzenpensionen und Tierheimen sowie auf Katzenausstellungen aus.

Da Pilz u. a. oftmals mit einer Abwehrschwäche des Körpers einhergeht, bricht latent vorhandener Pilzbefall häufig in Streßsituationen (z. B. nach Kastration, bei Wohnungswechsel, nach Geburten) oder in Verbindung mit anderen Krankheiten und damit verbundener Schwächung des Immunsystems aus.

Krankheitsanzeichen

Von der Zeit der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Haut- und Haarveränderungen (Inkubationszeit) verstreichen knapp 2 Wochen. Durch die besonderen Enzyme dieser (Haut-)Pilze wird Gewebe (Haut, Haare, Nägel) infiziert, in denen reichlich Keratin vorkommt. Besonders der Keratinmantel der Haare wird geschädigt, diese brechen dann wenige Millimeter über der Haut ab. Oft entstehen runde oder ovale, teilweise zusammenfließende haarlose Bezirke. (Warum der Befall meist im Bereich des Gesichts beginnt, wird wohl auch weiterhin zu den ungelösten Mysterien zählen.) Die Haut ist an diesen Stellen häufig verdickt und am Rand ist eine wallartige Erhöhung erkennbar. Manchmal sind Schuppen und Krusten vorhanden. Der Juckreiz fehlt am Anfang meistens, kann aber später bei Verschlimmerung der Entzündung auftreten. Bei einigen Katzen sind die Befunde nicht so auffällig, sie haben nur ein stumpfes Fell mir teilweise vermehrter Schuppenbildung. Manche Katzen sind ganz ohne sichtbare Haut- und Haarveränderungen mit Pilzen besiedelt, sie haben für die Übertragung eine besondere Bedeutung.

Vorbeugung und Behandlung

Weil z.B. Milbenbefall ganz ähnliche Symptome hervorrufen kann, stellen Tierärzte die Diagnose nicht nur aufgrund der bloßen Krankheitsanzeichen. Häufig sind Zusatzuntersuchungen, wie die Betrachtung mir einer UV-Licht-Lampe erforderlich, die allerdings auch nicht immer eindeutig sind. Sicherheit können nur Hautproben bringen; mit einer Klinge werden Hautschuppen, Haare und Krusten abgenommen, die dann für die mikroskopische Beurteilung und zur Anzüchtung der Pilze auf einem speziellen Nährmedium verwendet werden. Leider dauert es manchmal einige Wochen, bis das endgültige Laborergebnis vorliegt.

Je nach Ausmaß des Befalls müssen die Tiere mehrere Wochen mit pilztötenden Lösungen und evtl. auch mit Tabletten behandelt werden. Langhaarige Katzen sollten unbedingt geschoren werden, die Behandlung einer (oder mehrerer) Perserkatze(n) beispielsweise gerät sonst zur Sysiphusarbeit.

In der Wohnung müssen wenigstens alle Bereiche in und um die Lieblingsplätze der Katze sowie alle Spiel- und Pflegegerätschaften, besser noch die ganze Wohnung, mehrmals gereinigt und desinfiziert werden. Und auch wenn Sie nach Lektüre dieser Artikel glauben, eine Behandlung alleinverantwortlich durchführen zu können: Wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt und führen seine Anweisungen gewissenhaft durch!

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