THERAPIEVORSCHLÄGE BEI PILZBEFALL

 

Behandlung

Bemerkungen

innerliche Anwendung

 

Griseofulvin-Pulver

oral verabreichen; Vorteil: kann unter das Futter gemischt werden, daher auch geeignet für Behandlung freilebender Tiere

Likuden-Tabletten:

(Wirkstoff Griseofulvin)

oral verabreichen; 1 Tablette für etwa 4 Kg Körpergewicht; entweder als Tablette geben oder pulverisiert unter das Futter mischen

   
 

ACHTUNG! Praktisch alle Medikamente gegen Pilzbefall belasten, besonders bei längerfristiger und/oder überdosierter Anwendung, Leber und Nieren der Tiere. Darüber hinaus ist oftmals der erste Wurf nach einer durchgeführten Likuden-Behandlung geschädigt. Über die Dauer der Depotwirkung liegen keine genauen Untersuchungen vor, geschädigter Nachwuchs ist jedoch mehrere Jahre nach einer durchgeführten Behandlung beobachtet worden!

   

Program Suspension

Einige Leser werden sich jetzt verdutzt die Augen reiben und davon ausgehen, jetzt sei der Friedrich wohl endgültig durchgeknallt:
Ein Mittel gegen Flöhe soll zur Pilzbehandlung eingesetzt werden? Das meint er doch sicher nicht im Ernst!
Doch, er meint! Ich war anfangs ebenso skeptisch, mußte mich aber überzeugen lassen.
Für die in der Materie nicht so Bewanderten eine kurze Erklärung:
Program gibt es in kleinen Plastik-Ampullen, das Mittel wird oral verabreicht und wird direkt in den Mund gegeben, läßt sich aber ebenso gut unter das Essen mischen. Es wirkt nicht direkt gegen Flöhe, sondern erst auf Folgegenerationen: Sie sind nicht mehr in der Lage, einen Chitinpanzer (die "Haut" von Insekten, Käfern usw.) zu entwickeln und sind damit nicht lebensfähig. (Wegen dieser Wirkungsweise eignet sich das Mittel allerdings kaum für Freiläufer, die sich ständig neues Ungeziefer einfangen, sondern eher für Wohnungstiere, die durch einen "Unfall" befallen sind.)
Aus Gründen, die ich immer noch nicht verstehe, bringt Program auch Pilzbefall zum Stillstand und fördert die Heilung. Zwei Behandlungen im Abstand von drei Wochen sind meist ausreichend.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt, diese Behandlungsmethode läßt sich also derzeit wegen des relativ geringen Preises und der einfachen Handhabung uneingeschränkt empfehlen.
Dabei sollte allerdings die Umgebungsbehandlung zur Vermeidung weiterer Infektionen nicht vergessen werden!

   

äußerliche Anwendung

 

Imaverol-Lösung

wird in verschiedenen Verdünnungsgraden entweder als Bad oder zum Betupfen befallener Stellen verwendet.

   

Umgebungsbehandlung

 

Imaverol-Lösung

wird in starker Verdünnung benutzt, um kritische Stellen in der Wohnung (z. B. Spiel-, Schlafplätze, Spielzeug o. ä.) einzusprühen

Clinafarn

in der Anwendung wie Imaverol, in Deutschland allerdings nicht mehr erhältlich (Problemlos aus den Niederlanden zu beschaffen)

   

Alternativ: Mittel aus
der Humanmedizin

 
   

Hermal SD

Shampoo (Minutencreme) - Katze anfeuchten, Hermal SD gleichmäßig im Fell verteilen, einmassieren, mindestens fünf Minuten in ein Handtuch gewickelt einwirken lassen, gründlich ausspülen. Vorzugsweise mit Rotlichtlampe trocknen

Mycofug - Salbe

Zur unterstützenden Behandlung, befallenen Stellen täglich einreiben. Reizt bei längerer Anwendung die Haut, daher nicht als einzige Therapie einsetzen!

 

Ebenso wichtig ist die Stärkung des Immunsystems der Tiere. Bewährt haben sich sowohl homöopathische Mittel wie Echinazea als auch Paramunitätsinducer (Bayparmun o. ä.); auch eine regelmäßige Bestrahlung mit Infrarot-Licht kann zur Heilung erheblich beitragen.

Diese Aufstellung hat nur Beispielcharakter und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Zweifelsfall den Anweisungen des Tierarztes folgen!

Inzwischen ist auch eine Spritze gegen Pilz auf dem Markt. Über ihren Sinn bin ich mir derzeit noch nicht ganz klar. Aus meiner bisherigen Erfahrung heraus würde ich sie ablehnen, da meiner Ansicht nach ein Prozeß, der sich in den oberen Hautschichten und dem Fell abspielt, nicht durch derartige Eingriffe therapierbar sein dürfte. Andererseits: Es macht mich ungemein menschlich, daß auch ich mich manchmal irre.

Ich werde daher die weitere Entwicklung beobachten und berichten, sobald mir neue Erkenntnisse, wie auch immer diese aussehen mögen, vorliegen.


P. S. Der vorstehende Text wurde vor einigen Jahren geschrieben. Inzwischen konnten (besser gesagt mußten) wir Erfahrungen mit der Pilzspritze machen. Meine Einwände gegen diese Art der Behandlung lassen sich danach nicht aufrechterhalten, die Wirkung der Spritze ist verblüffend.
Nach Aussage der Tierärzte wirkt sie genau genommen nicht gegen den Pilz, sie muß vielmehr als eine gezielte Unterstützung des Immunsystems gegen Pilzbefall angesehen werden. Durch diese Hilfe wird einerseits der Ausbruch des Pilzes verhindert, andererseits wird der Körper mit Pilzbefall leichter fertig, so daß er mit die Erkrankung effektiver bekämpfen kann, also eine Stärkung der Selbstheilungskräfte. Es ist immer wieder erstaunlich, in welch kurzer Zeit befallene Katzen wieder pilzfrei waren.
Ein Grund zum Jubeln ist das leider dennoch nicht, denn die so behandelte Katze kann trotzdem Überträgerin sein, eine gründliche Kontrolle der anderen Tiere innerhalb des Bestandes und die Umgebungsbehandlung sind dadurch keinesfalls überflüssig geworden.
Für den Tierschutz ist die Pilzspritze sowohl wegen der Kosten (ca. 300 DM pro Behandlung) als auch der relativ kurzen Wirkungsdauer (1 - 2 Monate) leider keine Lösung. Für Züchter, die ihre Tiere schützen wollen (z. B. während einer Ausstellung) oder Halter, deren Katze Pilzbefall aufweist, die sich aber die aufwendige Behandlung nicht recht zutrauen, bietet sie eine sehr gute Möglichkeit. (Vergessen wir dabei auch nicht, daß eine Spritze für eine Katze wohl deutlich weniger Streß bedeutet als eine oftmals mehrere Monate dauernde konventionelle Behandlung.)

P. P. S. Und da wir ständig dazulernen: Das Mittel der Stunde scheint Program zu sein. Es wurde darum auch in die Tabelle übernommen (siehe oben).

 

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